CNC-Drehen oder CNC-Fräsen? So finden Sie das passende Verfahren
Rotationssymmetrisch oder prismatisch? Wann CNC-Drehen, wann CNC-Fräsen und wann eine Kombination beider Verfahren die wirtschaftlichste Lösung ist.

Wer ein Metallteil in Auftrag gibt, steht früher oder später vor der Frage: Wird es gedreht oder gefräst? Beide Verfahren gehören zur Zerspanung, sie trennen Werkstoff in Form von Spänen ab. Der Unterschied liegt darin, was sich bewegt – und daraus folgt, welche Geometrien sich wirtschaftlich herstellen lassen.
Das Prinzip: Was sich dreht, entscheidet
Beim CNC-Drehen rotiert das Werkstück, während ein feststehendes Werkzeug die Kontur abfährt. So entstehen zylindrische und kegelige Formen, Absätze, Einstiche und Gewinde. Beim CNC-Fräsen rotiert dagegen das Werkzeug, das Werkstück ist auf dem Maschinentisch gespannt. Damit lassen sich ebene Flächen, Taschen, Nuten, Bohrbilder und Freiformflächen herstellen.
Wann CNC-Drehen die richtige Wahl ist
- Das Bauteil ist überwiegend rotationssymmetrisch: Wellen, Achsen, Bolzen, Buchsen, Hülsen, Flansche.
- Es gibt Außen- oder Innengewinde, Einstiche und Fasen auf einer Mittelachse.
- Das Teil wird in größerer Stückzahl benötigt und lässt sich aus der Stange fertigen.
Moderne Drehmaschinen mit Werkzeugrevolver bearbeiten viele Konturen in einer Aufspannung. Mit einem Stangenlader wird das Material automatisch nachgeführt – bei CNC-Technik Lerinc mit einem Stangendurchlass bis 74 mm. Mehr dazu auf unserer Seite zum CNC-Drehen.
Wann CNC-Fräsen die richtige Wahl ist
- Das Bauteil ist prismatisch: Gehäuse, Platten, Halter, Adapter, Hydraulikblöcke.
- Es gibt Taschen, Nuten, Durchbrüche und Bohrungen auf mehreren Seiten.
- Flächen stehen schräg zueinander oder sind als Freiformflächen ausgeführt.
Wie groß ein Frästeil sein darf, bestimmen die Verfahrwege der Maschine. Auf unseren Bearbeitungszentren sind das X 660, Y 550 und Z 560 mm bei Werkstücken bis 500 kg. Für komplexe Geometrien kommt die 5-Achs-Simultanbearbeitung hinzu – Details unter CNC-Fräsen.
Drehen und Fräsen kombinieren
Viele Bauteile lassen sich keinem Verfahren eindeutig zuordnen: eine Welle mit Passfedernut, ein Flansch mit Bohrbild, ein Drehteil mit Schlüsselfläche. Hier wird zuerst gedreht und anschließend gefräst – oder umgekehrt. Entscheidend ist, welche Flächen als Bezug dienen und wie oft das Teil umgespannt werden muss. Jede zusätzliche Aufspannung kostet Zeit und birgt das Risiko kleiner Versätze.
Deshalb lohnt es sich, die Bearbeitung als Ganzes zu planen. Bei der Komplettbearbeitung übernimmt ein Betrieb alle Schritte von der Rohteilauswahl bis zur Prüfung – ohne Schnittstellen zwischen verschiedenen Lieferanten.
Faustregeln für die Praxis
- Geometrie zuerst: Ist das Teil im Kern ein Zylinder, beginnt die Fertigung meist auf der Drehmaschine.
- Stückzahl beachten: Drehteile aus der Stange sind in Serie besonders wirtschaftlich.
- Bezüge festlegen: Eine klare Bemaßung von gemeinsamen Bezugsflächen erleichtert die Kombination beider Verfahren.
- Früh fragen: Ein kurzer Blick des Fertigers auf die Zeichnung spart oft eine Aufspannung – und damit Kosten.
Sie haben ein konkretes Bauteil? Senden Sie uns Ihre Zeichnung mit Werkstoff und Stückzahl – wir prüfen die Fertigung und melden uns mit einem Angebot.


